Wie Platin veredelt wird
Dispersionsgehärtetes Platin (DPH) – die Synthese aus exzellenter Technologie und Erfahrung
Heraeus kann auf mehr als 150 Jahre Erfahrung in der Edelmetallverarbeitung zurückblicken. Seit seiner Gründung beschäftigt sich das Unternehmen mit Platin und den Platingruppenmetallen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Kunden in der Industrie und in analytischen Labors hat Heraeus das Verfahren der Dispersionshärtung (DPH) entwickelt und weiter optimiert. Daraus resultieren auch anwendungsspezifische Werkstoffe wie DPHplus oder DPHhs, die gezielt auf den Einsatzzweck abgestimmt sind.
Vorteile, die sich rechnen
Sparsamer Edelmetalleinsatz bei ausgezeichneten Materialeigenschaften
Platin ist heute als Werkstoff in der Glasindustrie oder im Labor nicht mehr wegzudenken. Feedersysteme, Rührer, Plunger, Tiegel oder Schalen sind nur einige der vielfältigen Produkte dieses äußerst widerstandsfähigen Edelmetalls. Durch die permanente Weiterentwicklung von Produkten und Fertigungsprozessen wachsen auch die Ansprüche an die eingesetzten Platinwerkstoffe. Heraeus hat mit der Entwicklung des dispersionsgehärteten Platins diese Herausforderung angenommen. Die wesentlichen Materialeigenschaften werden kontinuierlich den heutigen Bedürfnissen angepasst. Durch ein spezielles Verfahren hat Heraeus mit DPH eine neue Werkstoffklasse geschaffen, die sich durch die folgenden Eigenschaften auszeichnet:
- Hohe Festigkeit bei guter Duktilität im Hochtemperaturbereich (bis zu 1700°C)
- Hervorragende Schweißbarkeit bei Erhalt der Festigkeit
- Außerordentliche Korrosionsfestigkeit und eine stabilere Gefügestruktur über längere Standzeiten hinweg
- Geringere Rekristallisation
Diese Merkmale sorgen für längere Standzeiten der einzelnen Bauteile und ermöglichen den sparsamen Einsatz von Edelmetallen, zum Beispiel durch reduzierte Wandstärken. Die höhere Verfestigung des Materials wirkt außerdem stabilisierend auf die hergestellten Geräte. Auf verstärkende Komponenten z.B. aus Molybdän, Keramiken oder Refraktärmetallen kann daher weitestgehend verzichtet werden. Großbauteile profitieren von der Kombination aus Festigkeit und Duktilität. Heraeus DPH-Legierungen erreichen durch optimierte Kombination der Materialeigenschaften eine deutliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.
Eine neue Werkstoffklasse
DPH im Vergleich
Nach 30 Stunden Einsatz bei 1600°C bleibt die feine kristalline Struktur von DPH gegenüber herkömmlichen Platinwerkstoffen erhalten. Die Einlagerung des feinverteilten Zirkoniumoxides als Dispersoid behindert das Kornwachstum bis knapp unter den Schmelzpunkt.
Durch die veränderte, feinere Gefügestruktur ist DPH entlang der Korngrenzen wesentlich unempfindlicher gegenüber Korrosionsprozessen als vergleichbare Werkstoffe. Das sorgt für höhere Beständigkeit.